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Guntmar Wolff

Journalist

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Von Kaffeeanbau und Wasserfällen

veröffentlicht am 13. Juli 2022 by Guntmar Wolff

Da wir nun uner­war­tet drei Tage zwi­schen der Berg­be­stei­gung und unse­rer Safa­ri Zeit haben, bespre­chen wir mit Good­luck Micha­el, wie wir die­se am besten ver­brin­gen. Schnell sind drei Orte gefun­den. Der Was­ser­fall Mater­uni, die hei­ße Quel­le und ein Rund­gang durch Moshi, der Stadt, in der wir im Hotel sind.

Am Mor­gen des näch­sten Tages geht es nach einem Früh­stück im Hotel nach Mater­uni. Mor­gens gibt es tra­di­tio­nell hei­ße Süß­kar­tof­feln, Zie­gen­le­ber, Boh­nen und Gemü­se und — sofern man extra nach­fragt auch Spie­gelei mit Toast.

Also gut gestärkt machen wir uns auf den Weg nach Mater­uni zu den Chag­gas, einem Volks­stamm, der dort noch immer wie vor hun­der­ten von Jah­ren wohnt und vom Kaf­fee- und Bana­nen­an­bau lebt.

Nach einer Stun­de Fahrt hält Good­luck Micha­el an und fragt uns: «Kennt Ihr eine afri­ka­ni­sche Mas­sa­ge?» Ich ant­wor­te dar­auf: «Nein, nur thai­län­di­sche.» Micha­el lacht und zeigt auf die vor uns lie­gen­de Piste: «Nein, afri­ka­ni­sche Mas­sa­ge ist umsonst!». Dann gibt er Gas. Vie­le Stra­ßen sind in Tan­sa­nia weder geteert noch mit Schot­ter belegt, son­dern schlicht­weg holp­ri­ge Sand­pi­sten. Und über die­se geht es nun.

Immer wei­ter berg­auf schlän­gelt sich der Weg, der mat­schig und rut­schig ist. Nur durch wil­des rechts und links len­ken schafft Micha­el es den Berg hin­auf.

Auf dem Weg zum Dorf, in dem die Chag­gas leben, stop­pen wir an einer Grund­schu­le. Die kar­gen Räu­me und der Sand­platz, der den Schul­hof dar­stellt, erschrecken vor allem Ash­ley. Eini­ge Minu­ten spä­ter errei­chen wir das Dorf. Nach­dem wir uns reg­si­triert haben; das ist in Tan­sa­nia in klei­nen Orten so üblich, führt uns ein loka­ler Gui­de durch das Berg­dorf, das am Anfang des Dschun­gels steht. Ver­ein­zelt sehen wir Hüt­ten zwi­schen Bana­nen­bäu­men und Kaf­fepflan­zen ste­hen.

Wir erfah­ren, dass die vor­wie­gend Acker­bau trei­ben­den Chag­ga nut­zen seit Gene­ra­tio­nen ein aus­ge­klü­gel­tes Bewäs­se­rungs­sy­stem. Die­ses System hat es ihnen – inte­griert in eine Baum­gar­ten­kul­tur mit meh­re­ren hun­dert ver­schie­de­nen ess­ba­ren Pflan­zen­ar­ten auf meh­re­ren Vege­ta­ti­ons­ebe­nen jahr­hun­der­te­lang ermög­licht, inten­si­ve Land­wirt­schaft an den Hän­gen des Kili­man­dscha­ro zu betrei­ben.

Unser Weg führt uns wei­ter über den lehm­ar­ti­gen Boden, als wir plötz­lich unver­mit­telt vor dem tosen­den Was­ser­fall ste­hen, der 87 Meter tief in die Erde fällt. Nach ein paar Erin­ne­rungs­fo­tos haben wir noch einen wei­te­ren Höhe­punkt gebucht: Wir wol­len näm­lich wis­sen, wie die Chag­gas Kaf­fee her­stel­len.

Denn neben den Bana­nen wird seit der Kolo­ni­al­zeit auch Kaf­fee der Sor­te Ara­bica ange­baut, der an den Hän­gen des Kili­man­ja­ro beson­ders gut gedeiht. Den Kaf­fee, den man auch gut in den Dör­fern erwer­ben kann, hat meist Bio-Qua­li­tät. Kei­ner ver­wen­det Pesti­zi­de, son­dern bekämp­fen die Schäd­lin­ge mit Asche und Rauch. Die Ern­te­zeit in den höhe­ren Lagen ist etwa von Okto­ber bis Febru­ar, in den nie­de­ren Lagen ent­spre­chend frü­her. Die Kir­schen wer­den von den Kaff­festräu­chern mit der Hand gepflückt. Etwa 90 % des Kaf­fees am Kili­man­ja­ro wird von den klei­nen Fami­li­en­be­trie­ben pro­du­ziert.

Mit Tanz und Gesang wer­den die ein­zel­nen Stam­mes­mit­glie­der dazu moti­viert, die rösten, die anschlie­ßend gestampft wer­den. Der Duft des Kaf­fees ver­teilt sich über die Hän­ge des gan­zen Dor­fes und im Anschluss an die Zere­mo­nie dür­fen wir dann auch eine Tas­se pro­bie­ren.

Lesen Sie mor­gen, wie uns Fische von Haut­schup­pen befreit haben und war­um Zie­gen­le­ber und ‑fleisch eine loka­le Deli­ka­tes­se dar­stel­len

Category: Tansania

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  1. Heidi Peter zu Der Abschied: Von Kratern, Hyänen und zukünftigen Plänen22. Juli 2022

    Danke für die tollen Reiseberichte, alles Gute für euch lg heidi

  2. Bernd Bökenkamp zu Der Abschied: Von Kratern, Hyänen und zukünftigen Plänen21. Juli 2022

    Hallo ihr beiden. Ich hoffe ihr hattet eine wunderschöne Zeit und herliche Eindrücke. Danke auch für euren Reisebericht. Nun wünsche…

  3. Heidi Wulf zu Safari: Serengeti — Eine Übernachtung zwischen Raubtieren19. Juli 2022

    Absolut spannend, was ihr erlebt. Die Eindrücke werden euch noch Wochen und Monate begleiten. Da wird es dauern, bis man…

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