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Guntmar Wolff

Journalist

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Kilimandscharo: Von blauen Lagunen und Ziegenleber

veröffentlicht am 14. Juli 2022 by Guntmar Wolff

Nach­dem wir nach­mit­tags wie­der von den Chag­gas zurück nach Moshi gekom­men sind, steht am näch­sten Tag gleich der näch­ste Trip auf dem Pro­gramm: Eine Fahrt zu den hei­ßen Quel­len von Kiku­let­wa. Dabei war mir mor­gens noch nicht bewusst, dass ich im Lau­fe des Tages eine wirk­li­che loka­le Spe­zia­li­tät essen wür­de — rohes Zie­gen­fleisch.

Aber von Anfang an: Um neun Uhr holt uns Good­luck Micha­el ab und heu­te geht es in die genau ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung als gestern. Wäh­rend wir zu den Chag­gas nach kur­zer Zeit im Regen­wald waren, ver­än­dert sich hier die Vege­ta­ti­on genau ins gegen­sätz­li­che. Es wird kar­ger, die Pisten stau­bi­ger und das Wet­ter wär­mer. Vor­bei an klei­nen Dör­fern, in denen die Ein­woh­ner mit ihren Eseln vom Holz­sam­meln kom­men, zahl­rei­che Mas­sai zie­hen mit ihren Zie­gen­her­den an uns vor­bei. Wir wer­den von neu­gie­ri­gen Augen beob­ach­tet.

Plötz­lich und unver­mit­telt hält Micha­el an. Rechts von uns ist eine altes Eisen­tor, dahin­ter scheint sich eine Oase zu ver­ber­gen. Pal­men, grü­ne Pflan­zen, mit­ten in der stau­bi­gen Ein­öde. Wir pas­sie­ren das Tor und müs­sen uns wie­der ein­mal regi­strie­ren. Danach scheint sich der Gar­ten Eden für uns zu öff­nen. Eine Lagu­ne, deren kri­stall­kla­res Was­ser direkt aus dem Kili­man­dscha­ro kommt. Der Grund schil­lert blau-grün und ist selbst bei zehn Meter Tie­fe klar sicht­bar.

Ash­ley und ich set­zen uns an den Rand des Gewäs­sers auf einen Holz­stamm, krem­peln die Hosen­bei­ne hoch und las­sen erst die Füße und dann die Bei­ne im Was­ser baum­neln. Schon nach kur­zer Zeit geschieht, was man uns ange­kün­digt hat­te. Klei­ne Fische kom­men in Scha­ren und knab­bern Haut­schup­pen ab. Zuerst sam­meln sie sich an den Fuß­bal­len, da scheint die Haut beson­ders zu schmecken, dann nach Minu­ten geht es wei­ter über den Fuß bis zur Wade.

Nach eini­ger Zeit hält es Ash­ley nicht mehr aus, Sie zieht sich im Gebüsch, das dort Umklei­de­ka­bi­ne genannt wird um und springt ins Was­ser. Kurz zuvor sehen wir eine grö­ße­re Ech­se oder klei­nen Waran ins Was­ser tau­chen. Da wir aber bis auf den Grund blicken kön­nen, gehen wir davon aus, dass uns das Tier auch sieht und uns nicht stö­ren will — unser Glau­be wird belohnt.

Die hei­ßen Quel­len von Kiku­let­wa, die auch als Chem­ka Hot Springs bezeich­net wer­den, lie­gen unweit des Dor­fes Run­du­gai und sind einer der schön­sten Plät­ze Tan­sa­ni­as um zu ent­span­nen. Obwohl die Lagu­ne als hei­ße Quel­le bezeich­net wird, ist das Was­ser in Kiku­let­wa nicht wirk­lich heiß, son­dern erfri­schend, da wie beschrie­ben, die Was­ser­quel­le vom Kili­man­dscha­ro gespeist wird.

Nach zwei­stün­di­gem Bade­spaß zie­hen wir uns an — auch ich war mitt­ler­wei­le ins Was­ser gesprun­gen, und haben Hun­ger. Micha­el hat­te ver­spro­chen, etwas zu orga­ni­sie­ren und so sit­zen wir 30 Meter ent­fernt von der Oase, und jemand tischt unser Mit­tag­essen auf: Ome­lett mit Kar­tof­feln, gebra­te­ne Zie­gen­le­ber, rohes Zie­gen­fleisch und Salat.

Ash­ley wur­de an der Stel­le ganz schnell zur Vege­ta­rie­rin, ich pro­bie­re das Fleisch und bin über­rascht, wie gut es schmeckt. Micha­el erklärt mir, dass es auch üblich sei, das Zie­gen­blut der Sup­pe bei­zu­mi­schen und fragt mich, ob ich das nicht auch ein­mal pro­bie­ren wol­le. Ich wil­li­ge ein und wer­de das Ver­gnü­gen haben, die­se loka­le Spe­zia­li­tät am Ende unse­rer Rei­se zu genie­ßen.

Nach dem Mit­tag­essen machen wir uns auf den Heim­weg. Mor­gen steht noch ein Stadt­spa­zier­gang an, bevor es dann für fünf Tage auf Safa­ri geht.

Category: Tansania

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  1. Heidi Peter zu Der Abschied: Von Kratern, Hyänen und zukünftigen Plänen22. Juli 2022

    Danke für die tollen Reiseberichte, alles Gute für euch lg heidi

  2. Bernd Bökenkamp zu Der Abschied: Von Kratern, Hyänen und zukünftigen Plänen21. Juli 2022

    Hallo ihr beiden. Ich hoffe ihr hattet eine wunderschöne Zeit und herliche Eindrücke. Danke auch für euren Reisebericht. Nun wünsche…

  3. Heidi Wulf zu Safari: Serengeti — Eine Übernachtung zwischen Raubtieren19. Juli 2022

    Absolut spannend, was ihr erlebt. Die Eindrücke werden euch noch Wochen und Monate begleiten. Da wird es dauern, bis man…

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