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Guntmar Wolff

Journalist

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Safari: Im Tarangire National Park

veröffentlicht am 15. Juli 2022 by Guntmar Wolff

Der zwei­te Teil unse­rer Rei­se hat begon­nen: die Safa­ri. In fünf Tagen wer­den wir vier ver­schie­de­ne Natio­nal­parks erle­ben. Das beson­de­re an die­sen: Sie sind nicht ein­ge­zäunt. Die dort leben­den Tie­re kön­nen wan­dern, wohin sie wol­len. Die Natio­nal­parks, die teil­wei­se mit­ein­an­der ver­bun­den sind, haben eine Aus­deh­nung, die mein Fas­sungs­ver­mö­gen über­steigt. Bis zum Hori­zont ist nichts als Step­pe zu sehen. So wer­den wir über sechs Stun­den durch die Seren­ge­ti fah­ren und sind dabei noch nicht ein­mal am ande­ren Ende ange­kom­men, son­dern ledig­lich in der Mit­te der­sel­ben.

Zwei Tage unse­rer Tour wer­den wir in der berühm­ten Seren­ge­ti ver­bin­gen und eine Nacht sogar im Zelt inmit­ten der­sel­ben — aber dazu in den näch­sten Tagen mehr. Auch wer­den wir das Land der Mas­sai erle­ben und mit die­sen ins Gespräch kom­men.

Am ersten Tag geht es aber zuerst ein­mal in den Tar­an­gui­re Natio­nal Park. Unser Gui­de Isai­ah und Gud­luck Micha­el holen uns mit dem Ran­ge Rover ab, der, soviel sei schon­mal ver­ra­ten, am drit­ten Tag mehr­fach in der Seren­ge­ti schlapp macht; Ash­ley und ich haben uns bei allen Din­gen, die außer de Rei­he pas­sie­ren, uns ange­wöhnt zu sagen: «Das gehört ein­fach dazu.»

Der Ersatz­rei­fen, der stan­dard­mä­ßig mit einer Folie abge­deckt ist, die den Namen des Unter­neh­mens trägt, hat Gud­luck Micha­el mit einer Pla­ne getauscht, auf der Ash­leys Gesicht prangt — eine wirk­lich lie­be Geste.

Vier Stun­den geht es Rich­tung Nor­den, auch hier hat­te ich im Vor­feld die Tour nur für Ash­ley und mich gebucht. Die LAnd­schaft ändert sich schnell. Wäh­rend es in Moshi noch alles grfün, wird hier im Nor­den, näher am Äqua­tor alles brau­ner und kar­ger.

Nach­dem wir am Tor des Tar­an­gui­re Natio­nal Park ankom­men, steht wie üblich die Regi­strie­rung an; dann wird das Ver­deck des Land­ro­vers hoch­ge­klappt und los geht es. Nach­dem wir das Tor hin­ter uns gelas­sen haben, füh­ren immer wie­der klei­ne Wege vom Haupt­weg ab. Vor­sich­tig biegt Isai­ah rechts ab, wäh­rend Ash­ley und ich links und rechts Aus­schau hal­ten. Abrupt bremst unser Gui­de ab und deu­tet in der Gebüsch. «Ele­phants!» flü­stert er uns zu. Tat­säch­lich, nur knapp 15 Meter von uns ent­fernt, steht eine Ele­fe­an­ten­her­de, die sich lang­sam durch die Step­pe bewegt, um zu einem nahe­ge­le­ge­nen Fluss zu kom­men. Die Dick­häu­ter las­sen sich duerch uns nicht um gering­sten stö­ren. Maje­stä­tisch sind die­se Rie­sen und mich erfüllt es mit Trau­rig­keit, dass man­che ihrer Ver­wand­ten auf der gan­zen Welt in Zoos ihr Leben fri­sten müs­sen. Das hier ist ech­te Frei­heit.

Nach­dem die Ele­fan­ten­her­de ihr Bad genom­men hat, zieht sie wei­ter; und wir auch. Wäh­rend der näch­sten drei Stun­den, die wir durch den Park fah­ren, sehen wir Giraf­fen, Löwen, Zebras, Affen und vie­les mehr. Immer wohl wis­send, dass wir hier in deren Bereich sind, ist das Aus­stei­gen lebens­ge­fähr­lich und dar­um ver­bo­ten. Nur ein­mal wer­den wir eine Aus­nah­me machen.

Lang­sam schiebt sich der Land Rover durch die Step­pe, als Gud­luck auf ein­mal noch oben zeigt und Schlan­ge sagt. Er, das muss ich an die­ser Stel­le noch ein­mal erwäh­nen, gehört auch zum Stamm der Mas­sai. Viel­leicht ist es ein Vor­ur­teil aber ich gehe fest davon aus, dass die­ser Stamm eine ande­re Wahr­neh­mung als der Rest der Mensch­heit haben muss. Sowohl Isai­ah, als auch Ash­ley und ich konn­ten die Schlan­ge nicht sehen. Selbst als wir nach Auf­for­de­rung von Micha­el aus­stie­gen und nach oben blick­ten, konn­ten wir den per­fekt getarn­ten Python nicht ent­decken. Erst als Gud­luck die ein­zel­nen Äste durch­zähl­te, sahen wir das knapp sechs Meter lan­ge Unge­tüm direkt über uns. Die Schlan­ge schien sich an etwas satt­ge­fres­sen zu haben. Der Kör­per war noch ein wenig unför­mig. «Sie macht ihren Ver­dau­ungs­schlaf», erläu­ter­te Gud­luck uns. Ich war offen gestan­den froh, nach der Sich­tung wie­der im Auto zu sein.

Auf dem Weg durch die Wild­nis frag­te ich Isai­ah ob Tan­sa­nia denn ein Pro­blem mit Wil­de­rern habe. Das Land habe das recht gut in den Griff bekom­men. Es gebe immer noch ein­zel­ne Fäl­le, die auch sehr trau­rig sei­en, aber das sei­en Ein­zel­fäl­le. Wäh­rend er das berich­tet, kom­men wir an einem alten Baum vor­bei, der in der Mit­te ein gro­ßes Loch auf­weist. «Hier haben sich die Wil­de­rer frü­her ver­steckt», berich­tet Gud­luck uns. Also schnell noch ein­mal raus und ein Foto gemacht, bevor wir uns auf den Weg zum Hotel machen.

Lesen Sie das näch­ste Mal über die Begeg­nung mit den Mas­sai und unse­re Über­nach­tung mit­ten in der Wild­nis.

Category: Tansania

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  1. Heidi Peter zu Der Abschied: Von Kratern, Hyänen und zukünftigen Plänen22. Juli 2022

    Danke für die tollen Reiseberichte, alles Gute für euch lg heidi

  2. Bernd Bökenkamp zu Der Abschied: Von Kratern, Hyänen und zukünftigen Plänen21. Juli 2022

    Hallo ihr beiden. Ich hoffe ihr hattet eine wunderschöne Zeit und herliche Eindrücke. Danke auch für euren Reisebericht. Nun wünsche…

  3. Heidi Wulf zu Safari: Serengeti — Eine Übernachtung zwischen Raubtieren19. Juli 2022

    Absolut spannend, was ihr erlebt. Die Eindrücke werden euch noch Wochen und Monate begleiten. Da wird es dauern, bis man…

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